Heidelbergs Bäder-Helden 

Eingetaucht in einen Azubi-Tag bei den Stadtwerken Heidelberg

Es ist Mittwoch, kurz nach 8 Uhr, als die ersten Sonnenstrahlen die Schleierwolken über dem Königstuhl rosa leuchten lassen. Das Wasser im Thermalbad hat wohlige 26 Grad, die ersten Frühaufsteher genießen darin ihren morgendlichen Sport. Über den beiden 50 Meter-Becken steigt leichter Nebel auf. „Viele sprechen da vom schönsten Arbeitsplatz in Heidelberg“, verrät Philipp Nickler. Seit über 16 Jahren ist er hier schon tätig. Und es wird deutlich: Für ihn ist das weit mehr als nur ein Arbeitsplatz. Begonnen hat alles mit einer Ausbildung bei den Stadtwerken Heidelberg zum Fachangestellten für Bäderbetriebe. Sein Expertenwissen gibt der Ausbilder nun an seinen Azubi-Schützling Fabian weiter.


Schwimmpassion zum Beruf gemacht: Mit der Ausbildung bei den Stadtwerken
Seit acht Monaten lernt der 19-jährige Fabian bei den Stadtwerken Heidelberg. Immer im Wechsel drückt er für vier bis sechs Wochen die Schulbank in der Heinrich-Lanz-Schule in Mannheim, lernt dort Mathe, Physik, Bio, Sport, Chemie, Recht und Erste Hilfe, und arbeitet zwei bis drei Monate in einem der fünf Hallen- und Freibäder der Stadtwerke in Heidelberg. Wie Philip Nickler ist er mit dem Schwimmen aufgewachsen. Er hat bei der DLRG sein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht und dort das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen (DRSA) Silber bestanden. „Das spielt uns natürlich in die Karten, wenn wir einen Azubi wie Fabian mit an Bord haben“, erläutert Philip Nickler. „Aber trotzdem muss keiner, der bei uns die Ausbildung beginnt, der perfekte Schwimmer sein“. Ohnehin müssen die Angestellten alle zwei Jahre den Schein auffrischen und erneuern.


Drei Jahre dauert die Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe. Startschuss in diesem Jahr ist der 1. September. Bis dahin suchen die Stadtwerke Heidelberg wieder ein bis zwei passende Kandidaten. Wer einen guten Hauptschulabschluss oder einen höheren mitbringt und sich für den abwechslungsreichen Beruf interessiert, hat gute Karten auf den Ausbildungsplatz – und im besten Fall sogar direkt im Anschluss einen sicheren Job. „Die Chancen, dass die Stadtwerke Heidelberg ihre Azubis übernehmen, sind immer sehr gut. Es besteht großes Interesse, gute Auszubildende in den Betrieben zu übernehmen. Natürlich dann, wenn sie sich entwickeln und Engagement zeigen“, erklärt Philipp Nickler. Auch die festen Arbeitszeiten, die überdurchschnittliche Vergütung und die wertschätzende Kultur sprechen klar für eine Ausbildung bei den Stadtwerken Heidelberg.


Vor der Freibadsaison: Auswintern für ein reines Badevergnügen
Bis im Frühsommer die Tore der Freibäder öffnen, gibt es einiges zu tun – das zeigt beispielsweise ein Blick hinter die Kulissen des Thermalbads im März. „Es ist sehr viel zu tun vor der Wiedereröffnung im April“, merkt Philipp Nickler an. Und das sieht (und hört!) man: Über 20 Männer, ausgerüstet mit wasserfester Arbeitskleidung, diverse Maschinen und Werkzeuge in den Händen, packen an sämtlichen Stellen des Außengrundstücks mit an. Hochdruckreiniger sausen mit ordentlich Krach über die Platten. Stück für Stück bringen Philipp Nickler, Fabian und ihre Kollegen zusammen mit anderen Fachleuten das Thermalbad wieder auf Vordermann. „Wir nehmen die technischen Anlagen in Betrieb, füllen die Lagerbestände an Chlor auf, reinigen alle Becken, die Gehwegplatten und Umkleidekabinen und reparieren alles, was für die Saison und einen sicheren Badebetrieb wichtig ist“, so der 33-Jährige während des Rundgangs. „Die Zeit der Auswinterung bedeutet für uns zwar viel Arbeit, aber das ist positiver Stress, weil wir ein super Team sind. So kurz vor dem Ziel krempeln wir nochmal richtig die Ärmel hoch – bis alles picobello ist.“


Fachangestellter für Bäderbetriebe: Mehr als nur Aufsichtsperson
Die Bäderfachangestellten in Heidelberg sind wahre Multitalente, tragen viel Verantwortung und kümmern sich da, wo etwas klemmt. Sie sprechen viel mit den Gästen, helfen, wenn sie zum Beispiel Unterstützung beim Ticketkauf brauchen oder wenn jemand nach einem Profi-Schwimmtipp fragt. Doch hinter all dem, was sie tun, steckt noch viel mehr. Sie sind nicht nur die Aufsicht – sie sorgen für einen reibungs- und sorglosen Badebetrieb. „Genau das ist es, was mir so viel Spaß macht. Was ich hier mache, ist total abwechslungsreich, wir haben überall unsere Hände mit drin und langweilig wird mir nie“, erklärt Fabian.


Gemeinsam mit Fabian und Philipp Nickler geht es weiter in den von ihnen genannten „Keller“, den Technikraum, das Herzstück des Thermalbads. Eine steinerne Treppe führt hinab, in einen hohen, großen Raum unter den Schwimmbecken. 13 Filteranlagen, Pumpen, unzählige Rohre, Bildschirme und Behälter mit Flüssigkeiten tun sich auf. Die Anlagen laufen alle digital, dennoch kennen sich die Mitarbeiter mit allem aus und haben das Fachwissen, auch händisch einzugreifen. „Das ist wirklich etwas Besonderes. Alles, was unsere Azubis in der Schule lernen, können sie in den Bädern in Heidelberg immer wieder anwenden. Bei uns bekommen sie Einblicke ins nahezu gesamte Spektrum des Berufs und erleben alles live. Und das bedeutet, sie bleiben in Übung, verinnerlichen das Gelernte und werden so zu wahren Bäderexperten“, so Philipp Nickler.


Bei den täglichen Kontrollgängen etwa, auf die sie sich drei Mal am Tag begeben, behalten er und Fabian alles Wichtige im Blick. Mittels ihres „Probenkoffers“ nehmen sie Wasserproben per Hand und gleichen sie ab. Sanitäre Anlagen und die Kabinen reinigen und desinfizieren sie zum Teil selbst. Aber auch im kleinen Büro neben der Kaffeeküche gibt es hin und wieder etwas zu tun: Abrechnungen sichten oder ablegen, die Kasse kontrollieren oder Unterlagen für die nächste Schicht bereitlegen, wie etwa das Tagebuch, in dem sie die wichtigsten Ereignisse dokumentieren.


Langeweile kommt schon alleine deswegen nicht auf, da die Azubis und Mitarbeiter in allen fünf Schwimmbädern der Stadtwerke Heidelberg zum Einsatz kommen. So arbeiten sie genauso draußen bei Wind und Wetter wie auch in klassisch warmer Hallenbad-Umgebung – zum Beispiel im City-Bad im Darmstädter Hof Centrum.


Ausbildung als Sprungbrett: Vom Fachangestellten zum Meister
2002 hat Philip Nickler seine Ausbildung zum Bäderfachangestellten bei der Stadt Heidelberg begonnen und 2005 bei den Stadtwerken Heidelberg beendet. Mittlerweile hat er erfolgreich seinen Meisterbrief gemacht. Dabei haben ihn die Stadtwerke Heidelberg tatkräftig unterstützt und gefördert. „Ich bin sehr froh, dass sie mir das ermöglicht haben – ein Gewinn für alle Seiten“, freut er sich. Mit dem Meister wurde ihm der Weg geebnet, auszubilden. Aber auch ein Studium der Sportwissenschaften oder eine Qualifizierung in den Bereichen Wassergymnastik, medizinischer Bademeister oder Saunameister sind damit möglich.


Am heutigen Tag wird klar: Fabian hat schon Vieles gelernt, obwohl er noch nicht lange mit dabei ist. Und ihm macht der Job Spaß. Auch, da er und Philipp Nickler viel an der Luft sind und Sport treiben können. Nach Feierabend gehen sie ab und zu eine Runde schwimmen oder üben für den Rettungsschwimmer. Ein Highlight, das den Mitarbeitern vorbehalten ist: das Anschwimmen. „Alles ist startklar, die Gäste der Saison zu begrüßen. Und wir haben das Privileg, die ersten zu sein, die das Wasser anschwimmen.“ Das muss herrlich sein – vor allem, wenn gerade die Sonne zwischen den hohen alten Bäumen aufgeht und den Königsstuhl anstrahlt und leichter Nebel über dem warmen Wasser aufsteigt.

 Die Ausbildung auf einen Blick

  • Ausbildungsbeginn: 1. September
  • Regelausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsvoraussetzungen: guter Hauptschulabschluss oder höher
  • Berufsschule: Heinrich-Lanz-Schule, Mannheim
  • Typische Weiterbildung: Meister

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