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Höhere Preise für Gas - und eine neue günstige Produktalternative
(vom 25.05.2010)
Die Stadtwerke Heidelberg passen zum 1. Juli 2010 die Preise für ihre Produkte heidelberg GAS basis und heidelberg GAS vario um 0,6 Cent pro Kilowattstunde netto inklusive Erdgassteuer bzw. 0,71 Cent brutto nach oben an. Gleichzeitig bieten sie das Festpreis-Produkt heidelberg GAS fix als günstige Alternative für ihre Kunden an.
Das neue Produkt bietet einen Fixpreis über einen längeren Zeitraum und ist ab einem Jahresverbrauch von 4.836 Kilowattstunden günstiger als die flexiblen Produkte. Das trifft für die meisten Kunden zu. Zur Einordnung: Ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt verbraucht zwischen 15.000 und 20.000 Kilowattstunden Gas im Jahr. Warum kann der Endkundenpreis für den neuen Tarif heidelberg Gas fix günstiger ausfallen, während die Preise für die variablen Produkte steigen? Der Grund ist, dass ein größerer Planungszeitraum in Verbindung mit der aktuellen Marktpreissituation für Gaslieferungen das Unternehmen in die Lage versetzt, weitere günstige Bezugskonditionen für seine Kunden zu realisieren. Und genau das ist bei dem Festpreisprodukt heidelberg GAS fix der Fall, da die Verträge mit den Kunden länger ausgelegt sind. Das aktuell positive Marktumfeld ermöglicht auf der Beschaffungsseite Einsparungen, die das Unternehmen mit dem günstigen Tarif heidelberg GAS fix direkt an die Kunden weitergibt.
Wieso wurde eine Preiserhöhung bei den variablen Produkten erforderlich? Die Kosten der Stadtwerke Heidelberg haben sich wegen der gestiegenen Ölpreise in den letzten Monaten deutlich erhöht. Die Gas-Bezugsverträge des Unternehmens für die Produkte heidelberg GAS vario und heidelberg GAS basis sind an den Ölpreis gekoppelt. Mit einer zeitlichen Verzögerung von drei Monaten folgen sie dem Ölpreis - unabhängig von der Richtung. Aus diesen Schwankungen leitet sich auch die Produktbezeichnung „vario" ab. Die Stadtwerke Heidelberg geben nicht nur höhere, sondern auch niedrigere Bezugspreise an ihre Kunden weiter: Im Jahr 2009 und Anfang 2010 haben sie die Endkundenpreise für die Produkte heidelberg GAS vario und heidelberg GAS basis mehrfach gesenkt.
Die Stadtwerke Heidelberg haben ihre Kunden über die Preiserhöhung schon informiert und ihnen das günstige Festpreisprodukt als Alternative angeboten. Einige Kunden stellten die Preiserhöhung in Frage und bezogen sich dabei auf das Urteil des Bundesgerichtshofes vom 24. März 2010, nachdem der Gaspreis aus ihrer Sicht nicht an den Ölpreis gekoppelt sein dürfe. Tatsächlich betrifft das Urteil jedoch nur solche Verträge, die ausschließlich eine bestimmte Form der Preisanpassungsklausel enthalten: mathematische Formeln, in denen alleine der HEL-Preis den Ausschlag gibt, ob der Gaspreis steigt oder sinkt. Andere Faktoren, wie Netznutzungsentgelte, Steuern etc. werden in diesen Formeln nicht berücksichtigt. Das oberste Gericht hat aber nicht allgemein untersagt, dass die Preise bei gestiegenem Ölpreis angepasst werden. Da die Stadtwerke Heidelberg in ihren GAS vario- und GAS basis-Verträgen keine solche Preisanpassungsklausel verwenden, sind ihre Verträge nicht von dem Urteil betroffen. Die Preisanpassung für die GAS vario- und die GAS basis- Kunden beruht vielmehr auf § 5 Abs. 2 der Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV): Demnach hat der Gasversorger das Recht, den Gaspreis anzupassen, wenn sich die Kostenstruktur ändert. Das Urteil des BGH ändert an diesem Recht nichts.
Ingesamt steigen die Gaspreise für 27.000 der 39.000 Gaskunden der Stadtwerke Heidelberg. Das sind diejenigen, die den Grundversorgungstarif heidelberg GAS basis oder das günstigere variable Produkt heidelberg GAS vario gewählt haben. Die übrigen 12.000 Kunden, die bereits heute einen Festpreis haben, werden rechtzeitig vor Ende der Laufzeit über die neuen Festpreis-Varianten informiert. Für die Stadtwerke Heidelberg steht im Fokus, den Kunden alle erforderlichen Informationen zu liefern, um ihnen die nötige Grundlage für ihre Entscheidung zu geben. Lediglich die tatsächliche Marktentwicklung entzieht sich den Vorhersagen. Aber gibt es Indikatoren, wie es mit den Gaspreisen weitergehen kann. Michael Teigeler Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie: „Wir können unseren Kunden die Einschätzung geben, dass sich durch den schwachen Euro die Öl-Importe verteuern. Gleichzeitig hat unsere Industrie eine bessere Wettbewerbssituation auf den Weltmärkten; die Exporte werden zunehmen. Mit der wirtschaftlichen Belebung wird auch die Nachfrage nach Rohstoffen steigen. Das bleibt nicht ohne Einflüsse auf die Öl und Gaspreise der nächsten Monate."