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Stadtwerke Heidelberg
Umwelt GmbH
Kurfürsten-Anlage 42-50
69115 Heidelberg
Telefon: 06221 513-0
Telefax: 06221 513-3333
E-Mail
Betrieb
Wie viele LKW-Transporte gibt es täglich?
Es werden durchschnittlich sieben bis zwölf LKW pro Tag Holz anliefern; außerdem gibt es knapp vier LKWs pro Woche, die Asche abtransportieren. Pro Jahr werden 60.000 Tonnen Holz angeliefert.
Wann kommen die LKWs im Tagesverlauf?
Die LKWs werden in der Regel von Montags bis Freitags von 7 bis 18 Uhr verkehren, je nach Bedarf fahren sie auch an Samstagen, dann zwischen 7 und 14 Uhr.
Wie ist die CO2-Bilanz des Transports zum Kraftwerk?
Bei einem durchschnittlichen Anfahrtsweg von 60 bis 75 Kilometern entstehen durch die Anlieferung des Brennholzes zwischen 150 und 200 Tonnen CO2 pro Jahr.
Welche Geräuschbelästigung entsteht?
Beim Betrieb des Holz-Heizkraftwerks entstehen Geräusche unter anderem im Kessel- und im Turbinenhaus, in der Brennstofflagerhalle oder im Aschelager, außerdem durch Verkehr.
Täglich werden rund sieben bis zwölf LKW pro Tag Holz anliefern; außerdem transportieren etwa vier LKWs pro Woche die Asche ab. In der Regel fahren die LKWs montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr, nach Bedarf auch an Samstagen zwischen 7 und 14 Uhr.
An 14 Orten - ausgewählt mit dem Amt für Umweltschutz der Stadt Heidelberg als Aufsichtsbehörde - haben Gutachter geprüft, ob das Holz-Heizkraftwerk Lärm verursacht. Orientierung gibt dabei die Technischen Anleitung Lärm (TA Lärm).
Vorgaben der TA LärmImmissionsrichtwerte: Grenzwerte für Tag und Nacht, den die Anlage einhalten muss Irrelevanzschwelle: Liegt mindestens 6 dB(A) unter dem Richtwert. Ab dann stellt eine Anlage keine zusätzliche Belastung dar. |
Das Ergebnis: Die Geräuschswirkungen durch das Holz-Heizkraftwerk liegen alle unter der Irrelevanzschwelle. Die erwarteten Höchstwerte von 43 dB(A) am Tag sind leiser als übliche Wohngeräusche; nachts werden im Höchstfall 40 dB(A) erreicht, das entspricht dem Hintergundschall im Haus.

Abbildung/BU
10 dB(A) mehr ist doppelt so laut
Lärm wird in dB(A) gemessen. Das ist ein logarithmisches Maß. dB(A)-Werte stehen daher nicht im linearen Verhältnis. Als Faustformel gilt: 10 dB(A) Unterschied werden etwa als doppelte bzw. halbe Lautstärke wahrgenommen.

Mit welchen Emissionen in die Luft und welchen Belastungen vor Ort ist zu rechnen?
Im städtischen Bereichen sind vor allem zwei Schadstoffe aus der Verbrennung von Holz umwelt- und gesundheitsrelevant: Stickoxide (NOx), die u.a. zur Bildung von bodennahem Ozon führen können, sowie Staub, der auf die Atmungsorgane wirkt.
Emissionswerte unterschritten
Die Technische Anleitung (TA) Luft legt Emissionsgrenzwerte für Luftschadstoffe fest und definiert darüber hinaus Bagatellmassenströme. Emissionsmengen, die so gering sind, dass die Pflicht entfällt zu prüfen, wie sich die Stoffe in der Umwelt verbreiten.
Das Holz-Heizkraftwerk unterschreitet nicht nur die Emissionsgrenzwerte für NOx und Staub, sondern auch die Werte für die Bagatellmassenströme.

Selbst in der Umweltzone keine relevante zusätzliche Belastung
Trotzdem haben sich die Gutachter angesehen, wie sich die NOx- und Staub-Emissionen verbreiten - vor allem in der Heidelberger Umweltzone. Das innerstädtische Gebiet, in dem Fahrverbote für Fahrzeuge mit hohen Abgasemissionen gelten.
Das Ergebnis: nicht nur die Irrelevanzschwelle der TA-Luft von jeweils 1,2 µg/m3 für NOx und Staub wird unterschritten, sondern in der gesamten untersuchten Fläche sogar deutlich der reduzierte Wert für die Umweltzone von 0,4 µg/m3 (s. Grafiken). Es ist also von keiner relevanten zusätzlichen Belastung auszugehen.
Die Immissionswerte liegen tatsächlich noch niedriger - viel weniger Staub durch Schlauchfilter
Die Ausbreitung der Stoffe wurde auf Basis der TA-Luft-Emissionsgrenzwerten berechnet. Tatsächlich werden die Emissionen vor allem beim Staub aber deutlich niedriger liegen. Denn ein Schlauchfilter wird die Emissionen stark senken.
Was tun die Stadtwerke Heidelberg, damit die Emissionen reduziert werden?
Das Holz-Heizkraftwerk ist mit einem Schlauchfilter ausgestattet - der besten verfügbaren Methode, um Staub und vor allem Feinstaub aus der Ablauft abzuscheiden. Dieser Staubfilter sorgt dafür, dass die Staubemissionen aus der Anlage deutlich unter dem beantragten Grenzwert von 20 mg/Nm3 liegt: Es werden Emissionen von weniger als 5 mg/Nm3 erwartet. Zum Vergleich: Eine Hausbrandanlage in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus darf bis zu 100 mg/Nm3 Staub in die Umwelt freisetzen - das ist der vorgeschriebene Grenzwert nach der ersten Bundes-Immissionsschutz-Verordung (1. BImSchV), novelliert im Jahr 2010.
Die Emissionen werden kontinuierlich gemessen, ausgewertet und die Halbstunden, Tages- und Jahresmittelwerte dem Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie als zuständige Kontrollbehörde berichtet.
Werden weitere Schadstoffe wie Dioxine etc. ausgestoßen?
Dioxine und Furane entstehen vor allem dann, wenn stark chlor- und fluorhaltige Ausgangssubstanzen eingesetzt werden - beispielsweise mit Halogenen oder Metallen belasteter Müll oder Althölzer der Kategorie AIII und AIV. In dem Holz-Heizkraftwerk kommen jedoch ausschließlich naturbelassene, unbehandelte Hölzer zum Einsatz. Um die Qualität des Holzes zu kontrollieren, wird jede Brennstoffladung bei der Anlieferung durch manuelle Probeentnahmen überwacht. Außerdem wird jeder Lieferant vertraglich verpflichtet, die Qualität des Holzes zu gewährleisten.
Die Entstehung von Dioxinen und Furanen wird durch unzureichende Verbrennung der Brennstoffe und durch Sauerstoffgehalte über zehn Volumenprozent begünstigt. Bei der geplanten Anlage werden die Verbrennungsgase und die Brennstoffe jedoch weitestgehend ausgebrannt - das stellt eine ausgereifte und erprobte Brennstofffeuerung sicher. Außerdem wird der Kessel bereits aus Effizienzgründen so betrieben, dass der Sauerstoffgehalt deutlich unter zehn Prozent liegt.
Dass die Gefährdung durch Dioxine und Furane durch Holz-Heizkraftwerke kaum gegeben ist, spiegelt sich auch in den Vorgaben der TA-Luft wieder: Das Regelwerk gibt zwar einen allgemein gültigen Grenzwert von 0,1 ng/Nm³ und eine maximale Fracht von 0,25 µg/h für alle Anlagen vor, die in den Geltungsbereich der TA-Luft fallen. Eine Überwachung dieser Grenzwerte wird jedoch nicht gefordert. Es gilt lediglich ein Emissionsminderungsgebot. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Anlagen, die in den Geltungsbereich der TA-Luft fallen, wegen ihrer Beschaffenheit und des eingesetzten Brennstoffes grundsätzlich keine Gesundheitsgefährdung durch Dioxine und Furane verursachen. Für andere Anlagen - beispielsweise Müllverbrennungsanlagen - gelten andere Regelwerke.
Wo wird die Asche gelagert, und welche Gefahren für die Umwelt gehen davon aus?
Es entstehen zwei Sorten von Asche:
- Flugasche, die aus dem Abgas der Anlage abgeschieden wird, Schadstoffe enthält und als Sonderabfall entsorgt wird, und
- Rostasche, die am Verbrennungsrost zurückbleibt und beispielsweise als Bauzusatzstoff in der Zementindustrie Einsatz findet.
Die Flugasche wird in einem geschlossenen System pneumatisch in Silos geblasen und dann über einen Schlauchsystem in ein Silofahrzeug verladen. Die Abluft aus dem Schlauchsystem wird über einen separaten Abluftfilter gereinigt.
Die Rostasche wird über einen Nassentschlacker geführt und von dort in ein Schlackenlager transportiert. Das überdachte Lager ist mit einem Betonboden ausgestattet, so dass der Boden- und das Grundwasser geschützt sind. Die Asche wird immer wieder eingenässt, um Emissionen in die Luft zu verhindern. Die Asche wird per Radlader auf LKWs verladen; wegen ihrer Feuchtigkeit entstehen dabei keine Emissionen.
Wie werden die Emissionen aus der Holz-Lagerung reduziert?
Das Holz wird in Form von Hackschnitzeln angeliefert und in einer geschlossenen Halle gelagert. Bei der Anlieferung fährt der LKW mit einem 40 Kubikmeter großen Container in die Halle und lädt die neue Lieferung in eine Abkippgrube ab, um die Emissionen möglichst gering zu halten. Ein intelligentes Kransystem im Inneren des Holzlagers sorgt für die Verteilung des Holzes.
In dem Holzlager gibt es einen gerichteten Luftstrom, da die Verbrennungsluft für den Kessel aus dem Holzlager angesaugt wird. So wird zusätzlich vermieden, dass stoffliche Emissionen und Geruch von der Lagerhalle ausgehen.
Welche schützenswerten Tier- und Pflanzenarten sind betroffen?
Mögliche schützenswerte Arten auf dem Gelände können Fledermäuse, Brutvögel und Mauer- und Zauneidechsen sein.
Das Heidelberger Institut für Umweltstudien (IUS) hat das Gelände gründlich nach Hinweisen auf die geschützten Tierarten untersucht - unter Berücksichtigung der Lebensweise und Gewohnheiten der Tiere sowie der Eignung des Geländes als Lebensraum für diese Arten.
Ihr Fazit: Sie konnten keinerlei Hinweise auf Tiere finden, die geschützt sind.
Woher stammt das eingesetzte Holz?
Das Holz wird vorwiegend aus der Region mit maximal 75 Kilometern Entfernung um Heidelberg stammen. Das legt der Vertragsentwurf für die künftige Holzbelieferung legt fest.
Bei dem eingesetzten Holz handelt es sich vorwiegend um Landschaftspflegematerial und Hölzer aus der Grünschnittsammlung, außerdem um Resthölzer, die bei der Produktion von Papier, Möbel oder ähnlichen Produkten entstehen.
Damit handelt es sich um nachwachsende Rohstoffe nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG).
Welche Betriebsstörungen können auftreten und was wären die Folgen?
Das Holz-Heizkraftwerk wird nach dem neuesten Stand der Technik gebaut, vom TÜV abgenommen und zweimal jährlich geprüft. Alle Betriebszustände der Anlage werden an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr online von der Regionalen Melde- und Leitstelle der Stadtwerke Heidelberg überwacht. Zusätzlich sind an 16 Stunden pro Werktag sowie an acht Stunden samstags und sonntags Mitarbeiter der Stadtwerke Heidelberg vor Ort.
Unregelmäßigkeiten fallen damit sofort auf und können direkt vor Ort oder per Fernsteuerung von der Leitstelle aus korrigiert werden. Betriebsstörungen werden dadurch weitestgehend ausgeschlossen. Sollte es dennoch dazu kommen, wird die Anlage automatisch abgefahren, so dass keinerlei Gefährdung für die Bevölkerung entsteht.
Wie wird sichergestellt, dass es keine Holz-Lagerbrände gibt?
Zwei entscheidende Kriterien begünstigen die Gärung, Erhitzung und Selbstentzündung des Holzlagers* - beide sind in dem geplanten Holz-Heizkraftwerk nicht gegeben:
- die Lagerhöhe: Eine Lagerhöhe von sieben bis acht Metern sollte nicht überschritten werden. Dieses Kriterium ist in dem geplanten Holzlager eingehalten.
- die Lagerdauer: Eine Selbstentzündung entsteht erst ab einer Lagerdauer von drei Monaten. Das Material im Holzlager des geplanten Holz-Heizkraftwerks bleibt nicht länger als sieben Tage in der Lagerhalle.
* Quelle: Leitfaden zur Brandvermeidung bei der Lagerung von Biomasse. Forschungsbericht 284. Herausgeber: BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. 2009
Um das Lager vor Fremdeinwirkung zu schützen, ist es in einer voll überdachten, geschlossenen Halle mit Betonverkleidung untergebracht. Das Gelände wird von Sicherheitskräften überwacht. Außerdem ist eine Sprinkleranlage zur Löschung installiert.